Bei der Erstbesichtigung in Perchtoldsdorf, fanden wir ein wildes, verwachsenes Grundstück vor,
das durch einem Hang windgeschützt, zwei Meter tiefer als die angrenzende Donau-Wörther Straße liegt.
Da die Dämmerung schon einsetzte, sahen wir von weiteren Erkundungen ab.

Also rückten wir einen Tag später erneut aus, um uns auf die Suche nach Zeigerpflanzen zu machen,
die uns helfen die Begebenheiten des Standortes und Bodens besser zu verstehen.
Zu unserer Überraschung, fanden wir das Grundstück bereits gemäht vor.
Was unseren Plan zur Pflanzenbestimmung ein wenig erschwerte, aber uns sehr viel Arbeit beim Anlegen der Beete ersparen wird.
Auch wenn wir in der biodynamischen Landwirtschaft vom maschinellen Mähen normalerweise eher absehen.
Die sehr schnell rotierenden Klingen häckseln das Gras sehr klein, es wird dadurch sehr kompakt und neigt dann zu Pilzbefall,
was den weiteren Gebrauch als Mulch sehr schwer macht. Außerdem werden auch alle Insekten zu Mus verarbeitet,
die wir aber gerne als Helfer gegen Schädlinge am Leben erhalten würden. Deswegen greift der nachhaltige Landwirt, gerne zur Sense oder zum Spindelmäher. Aber gerade jetzt am Anfang, sind wir trotzdem sehr froh, dass gemäht wurde, weil es uns eine Menge Zeit und Arbeit erspart.

„Walnuss (juglans regia) und  Waldrebe (clematis virtalba)“

Wir haben unser Bestes gegeben doch noch einige Pflanzen zu bestimmen. Sofort sticht einem die junge Walnuss in der Hecke zum Straßenrand ins Auge,
die sogar bereits Früchte trägt und voller weißer Blüten der „Gewöhnlichen Waldrebe“ ist.
Damit hatten wir auch schon die ersten Hinweise auf einen vermutlich kalhaltigen und somit alkalischen Boden, da beide Pflanzen solche Böden bevorzugen.
Der Verdacht erhärtete sich, als wir in den Überresten der Wiese auch noch Hufeisenklee und die Futter-Esparsette ausmachen konnten, weitere Kalkanzeiger.

„Hufeisenklee (hippocrepis comosa)“

Auch konnten wir viel Brennessel im Schnittgut und an den Gründstücksgrenzen stehen gelassenes Liesch- und Knäuelgras vorfinden.
Alles Zeiger für eine feuchten und nährstoffreichen Standort.
Ansonsten konnten wir noch wilde Himbeeren entdecken, die nicht nur eine willkommene Stärkung während dem Pflanzen bestimmen, sondern uns auch positiv stimmt, nächstes Jahr selber verschiedenste Beerensorten einzupflanzen.

„Himbeere (rubus idaeus)“

Zum Abschluss unserer Standortbestimmung, haben wir noch einige Löcher über das Land verteilt gegraben und fanden zu unserer Freude in jedem Regenwürmer,
einer der wichtigsten Nützlinge im Garten. Weniger gefreut haben wir uns über die Nacktschnecken, die sich in der Hecke versteckt haben. Ein Schädling den wir auf jeden Fall beim Anlegen der Beete berücksichtigen müssen. Dafür konnten wir kein einziges Wühlmausloch finden, die um einiges aufwendiger zu bekämpfen wären.

Durch die Pflanzenbestimmung und Erdproben, können wir davon ausgehen, einen nährstoffreichen, feuchten, alkalischen Standort zu haben, der sich sehr gut zum Obst und Gemüseanbau eignet.

Ob wir damit richtig liegen wird sich in den nächsten Monaten herausstellen.