Als das erste Schichtmulchbeet fertig war, warteten wir ein paar Tage auf den ersten Regenguss,
damit zumindest ein wenig Feuchtigkeit im Beet war, bevor wir die ersten Pflanzen aussetzten. Da wir in diesem Jahr erst sehr spät mir dem Anbau begonnen haben, kommen deutlich weniger Gemüsarten in Frage, die es noch schaffen bis zum Winter auszureifen. Aus Saatgut können wir wohl nur noch Salate ziehen, ansonsten werden wir bereits vorgezogene Jungpflanzen verwenden müssen.

Loch in den Mulch graben

Jungpflanzen so spät in der Saison zu bekommen ist leider auch nicht mehr einfach, die meisten Bio-Gärtnereien beenden den Verkauf von Jungpflanzen im Juni und selbst bei den großen Gartencentern, gibt es nur noch die letzten Überreste zu erstehen. Zum Glück haben wir dieses Jahr selber zu Hause viele Jungpflanzen gezogen und haben noch einiges übrig. All unser Saatgut, das wir dazu verwendet haben, kommt aus biologischem Anbau und ist samenfest. Das bedeutet, man kann aus diesen Samen, wieder Pflanzen der selben Sorte ziehen und sie so natürlich vermehren. Im Gegensatz zu Hybridsamen, die man jedes Jahr neu kaufen muss, da sich bei diesen die herangezüchteten Eigenschaften sofort wieder verlieren.

Pflanze einsetzen

Für das erste Beet, haben wir uns entschieden Tomaten einzusetzen, da sie groß genug sind um nicht in der dicken Mulchschicht unterzugehen und kräftig genug um sich einen Weg durch den Karton zu bahnen. Da wir im biodynamischen Anbau versuchen möglichst keine Monokulturen zu schaffen, haben wir zusätzlich noch Zucchini und Kohl dazu gepflanzt, die zwar keine besonderen positiven Effekte außer einer stimmigen Bodenbeschaffenheit auf die Tomate haben, aber auch keine negativen und gut in Nachbarschaft miteinander leben können. Im Idealfall sollten sich Pflanzen in der Mischkultur natürlich ergänzen, so würden zum Beispiel Knoblauch, Petersilie und Basilikum, der Tomate gegen Schädlinge helfen. Pflanzen der selben Familie wiederum vermeidet man grundsätzlich im selben Beet, da sie um die selben Nähstoffe konkurrieren würden. Deswegen sollte man auf keinen Fall Kartoffeln mit Tomaten kombinieren, beide sind in der Familie der Nachtschattengewächse und zusätzlich werden durch diese Mischkultur Pilzerkrankungen begünstigt.

Fertig ist das Beet

Wie bereits erwähnt sind wir in unseren Möglichkeiten ein wenig limitiert, daher müssen wir das beste aus der Situation machen und die Pflanzen, die uns zur Verfügung stehen, so gut wie möglich kombinieren. Aber alle Erfahrungen, die wir dieses Jahr noch sammeln können, werden uns eine große Hilfe sein, um nächstes Jahr mit einer längeren Anlauf- und Planungsphase, die Beete noch besser optimieren zu können.
Aber jetzt heißt es erstmal die Ärmel hochkrempeln und weitere Beete zu bestellen, wenn wir heuer noch etwas ernten wollen.