Einige mögen den Sommer schon vermissen, aber für uns und besonders für die Pflanzen in Perchtoldsdorf, war der September mit seinem lang ersehnten Regen ein Segen. Da wir vor Ort keine Wasserversorgung haben, mussten wir täglich kanisterweise Wasser zum Land bringen um die Trockenheit zu überstehen. Aber selbst mit den Wasserlieferungen mussten wir auf altmodische Tricks zurückgreifen, um die Pflanzen vor dem Verdursten zu retten. Mit sogennanten Ollas konnten wir den Beeten kontinuierlich Wasser zuführen, ohne große Verluste durch Versickerung oder Verdunstung.

Tontöpfe zu Ollas zusammengebastelt

Aber was ist eine „Olla“ überhaupt? Ursprünglich kommt diese Bewässerungsmethode aus Südamerika, daher auch der Name, denn auf Spanisch heißt „Olla“ schlicht „Topf“. Und wie der Name schon sagt, handelt es sich bei den „Ollas“ um nicht glasierte Tongefäße, die man mit Wasser füllen kann. Wie mancher vielleicht von seinen Tontöpfen in der Wohnung oder im Garten weiß, saugen sich die Töpfe, wenn man zuviel gießt mit Wasser voll und fangen sogar an Wasser tröpfchenweise abzugeben, sollte man es richtig übertrieben haben. Aber genau diese Eigenschaft machen wir uns zu Nutzen.

Ollas werden eingegraben

Die „Ollas“ werden fast zur Gänze in den Beeten eingegraben, sodass nur noch ein kleiner Teil aus dem Boden ragt. Damit man die Gefäße durch ein Loch noch mit Wasser füllen kann. Sind die „Ollas“ erstmal voller Wasser, fangen sie an stetig Feuchtigkeit an den Boden abzugeben. Das Praktische daran, dank der Osmose wird umso weniger Wasser wird durch die Wände der Ollas gelassen, je feuchter die umliegende Erde ist. „Ollas“ sind also eine sehr sparsame und effiziente Methode seine Beete zu bewässern. Nur die Reichweite hängt von den Wurzeleigenschaften, der zu versorgenden Pflanzen ab. Pflanzen, die nur oberflächlich und flach Wurzeln, sind nicht zu empfehlen oder müssen in unmittelbarer Nachbarschaft zu den „Ollas“ gepflanzt werden.

Ein Beet mit Ollas

Für uns haben sich die „Ollas“ bewährt und haben sich nicht nur als einfach und unkompliziert erwiesen, sondern haben uns auch geholfen zu messen, welche Beetform am Besten Feuchtigkeit hält. Denn wir haben inzwischen auf drei unterschiedliche Arten Beete angelegt: Die bereits beschriebenen Schichtmulchbeete, Beete im umgegrabenen Boden mit einer Mulchschicht und Beete im umgebrabenen Boden ohne Mulchschicht. Wie erwartet haben die Schichtmulchbeete am besten abgeschnitten, wobei der Unterschied zu herkömmlichen Beeten deutlich größer war als erwartet. Alle vergrabenen „Ollas“ hatten die selbe Größe und Volumen und waren in allen Beeten im selben Abstand vergraben, um möglichst ähnliche Bedingungen zu garantieren. In den Beeten ohne Mulchschnitt, hat das Wasser kaum einen Tag gehalten, in den umgegraben Beeten mit einer Mulchschicht, waren die „Ollas“ nach maximal zwei Tagen geleert, im Schichtmulchbeet haben sie selbst nach vier Tagen oft noch Wasser gehalten. Wir schulden den „Ollas“ und den amerikanischen Ureinwohnern auf jeden Fall einiges an Dank, denn ohne sie, hätten unsere Pflanzen den Sommer wohl nicht so gut überstanden und wir könnten jetzt nicht die ersten Früchte unserer Arbeit ernten.